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12.08.2013 Die Alzheimer- und Parkinsonkrankheit

Großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Oertel

Prof. Dr. Bühren, Dr. Rapp, Prof. Dr. Oertel, Dr. Wentlandt

Murnau – In Deutschland sind derzeit mehr als 1,4 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. An der Parkinson-Erkrankung leiden 350000 Bundesbürger. Volkswirtschaftlich kosten diese neuro-psychiatrischen Krankheiten jährlich in Europa 800 Milliarden Euro; viermal soviel, wie Herzkreislauf-Erkrankungen. Diese Fakten sind auf Seiten der Politik, der Gesellschaft und der Krankenkassen bekannt, und trotzdem hält Professor Wolfgang Oertel diese Krankheiten für völlig unterschätzt.

Der Direktor der Klinik für Neurologie an der Philipps-Universität Marburg, war auf Einladung der von Team 3 – Seniorenfreundliches Murnau unter der Leitung von Herrn Dr. Albert Wentlandt von „MurnauMiteinander“ ins vollbesetzte Kultur- und Tagungszentrum gekommen, um über die Alzheimer-Demenz und die Parkinsonkrankheit zu informieren.

Nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft wird sich, so Professor Oertel, die Zahl der an Demenz erkrankten Bundesbürger bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Dies gilt auch für die Parkinson-Krankheit. 80 Prozent der Demenzkranken werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut. Wolfgang Oertel spricht deshalb von „Familien-Krankheiten“, die für die Zukunft große Probleme aufwerfen: „Demenzkranke sind in der Regel alte Menschen. Das heißt, dass ihre Ehepartner und Angehörigen selber oftmals im Seniorenalter sind. Dazu kommt, dass es immer mehr Alleinstehende gibt, die über kein soziales Umfeld verfügen.“ Professor Oertel hält es darüberhinaus für bedenklich, dass es in einem Landkreis wie Garmisch-Partenkirchen mit einer überdurchschnittlich alten Bevölkerung viel zu wenige, auf Demenz spezialisierte Ärzte gibt: „Die Betroffenen sind auf Selbsthilfegruppen und professionelle Pflege von stationären und ambulanten Diensten angewiesen, die, das kann man freilich bestätigen, eine sehr gute Arbeit leisten.“

Für die mittelfristige Zukunft sieht Professor Oertel keinen Durchbruch in der Prävention und Therapie von Demenz: „Die Entwicklung eines Demenz-Medikamentes dauert viele Jahre und kostet rund eine Milliarde Euro. Von Seiten des Staates gibt es dafür nur minimale finanzielle Unterstützung.“ Angesichts der immensen Kosten hält sich die Pharmaindustrie mit einer diesbezüglichen Forschung zurück.

In der Diagnostik gibt es einen kleinen Lichtblick. In jüngster Zeit ist es nämlich gelungen, so Oertel, die Anzeichen einer drohenden Alzheimer-Erkrankung im Gehirn sichtbar zu machen, und zwar bereits bis zu 15 Jahre vor Ausbruch. In Deutschland laufen dazu seit diesem Jahr die Studien. Mit der Untersuchung kann man ablesen, wie weit die Anzeichen von Alzheimer in der Bevölkerung verbreitet sind. In Amerika wird dieses Verfahren bereits erfolgreich an-gewandt, so Professor Oertel.

G. Bitala


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